Eifersucht bekämpfen

Jeder kennt das Gefühl der Eifersucht. Oft wissen wir, dass es unangebracht ist, aber trotzdem nagt dieser Eifer an uns.

Lernen Sie, das Gefühl der Eifersucht zu kontrollieren, indem Sie Ihren Selbstwert aufbauen. Eifersucht wird durch Verlustängste ausgelöst.  Diese Ängste kommen von Ihnen selbst und nicht von Ihrem Partner. 

Also machen wir uns bewusst, dass dieses Gefühl in uns entsteht. Was wir weiter dagegen unternehmen können, lernen Sie in diesem Artikel.

Was können Sie gegen Eifersucht tun?

Bis zu einem gewissen Grad ist Eifersucht normal und sinnvoll. Häufig belastet es allerdings die Beziehung so weit, dass es zu einer Trennung kommt. Eifersucht kann auch krankhaft sein. Die genaue Abgrenzung zwischen dem, was noch normal und was zu viel ist, das ist allerdings schwierig. Dies hängt stark von der Person und vielen anderen Faktoren ab. 

Eifersucht ist nichts anderes als die Angst davor, das Geliebte zu verlieren. In den meisten Fällen ist das der Partner.

Es kann aber auch nach einer Scheidung, Eifersucht auf die neue Partnerin/den neuen Partner entstehen, wenn dieser Kontakt zu „meinen“ Kindern aufbaut.

Die nachfolgenden Empfehlungen können Sie bei beiden Fällen anwenden. 

Verantwortung übernehmen

Wie gesagt, müssen Sie sich zunächst bewusst machen, dass Eifersucht etwas ist, das von Ihnen selbst kommt. Nicht der Partner oder das Objekt der Eifersucht erzeugen es, sondern Sie selbst. Übernehmen Sie auch Verantwortung dafür. Es ist also ein Gefühl. Das Gute ist: Gefühle können Sie kontrollieren lernen.

Gehen Sie dem Warum auf den Grund

Diese Ängste kommen von einer auslösenden Situation, wahrscheinlich von einem Vertrauensmissbrauch. Allerdings sollten Sie sich Gedanken machen, von wem Ihr Vertrauen missbraucht wurde.

Oder wer Ihnen das Gefühl gegeben hat, dass Sie verlassen werden könnten. Das muss nicht von der aktuellen Partnerschaft kommen, sondern kann durch eine frühere ausgelöst sein. Diese Ängste des Verlassenwerdens können auch aus Ihrer Kindheit kommen.

Die Vergangenheit wirft oft lange Schatten

Also was wir in unseren bisherigen Leben erlebt haben, kann sich auch unterbewusst in unser Gedächtnis einbrennen. Besonders, wenn wir das als sehr schlimm erlebt haben. Aber auch, wenn es kleine Verletzungen über einen langen Zeitraum waren. Oft fällt uns das gar nicht auf. Aber diese Erfahrungen haben uns geprägt. Sie beeinflussen also unser Denken, Handeln und auch unsere Gefühle.

Keine Beschuldigungen zu Unrecht

Machen Sie ihren Partner keine Vorwürfe für etwas, wofür er/sie eventuell gar nichts kann.

Achten Sie auf Ihren Selbstwert

Der Selbstwert ist die Meinung und die Überzeugungen, die wir über uns selbst haben. Haben wir in der Vergangenheit, sei es in der Kindheit oder in einer vorangegangenen Beziehung immer wieder gehört, dass wir das nicht können, nicht wert sind oder einfach es „nichts für uns ist“ glauben wir es irgendwann auch.

Es brennt sich ein. Ist das der Fall, ist es Zeit, das zu ändern. Denn Sie müssen für sich selbst wichtig sein. Ohne Sie gibt es kein gemeinsam.

Seien Sie unabhängig!

Je unabhängiger Sie sind, desto mehr positive Erfahrungen sammeln Sie auch und sehen, wofür Sie alles in der Lage sind, auch ohne Partner.

Machen Sie einen Stopp

Machen Sie sozusagen eine Gefühlspause. Lassen Sie diese destruktiven Gedanken und versuchen Sie diese aktiv zu unterbinden. Entspannungstechniken jeder Art helfen dabei. Sie können auch versuchen, diese Eifersuchtsgedanken mit schönen Gedanken zu ersetzen. Also denken Sie an Gesten, Situationen oder auch Pläne mit Ihrem Partner oder mit Ihren Kindern, die Ihnen Freude bereiten.

Vertrauen schützt

Vertrauen Sie Ihrem Partner, Ihren Kindern oder, weshalb Sie auch immer eifersüchtig sind. Vertrauen ist ein heikles Gut. Wie Sie Ihr Vertrauen nach einem Bruch wieder aufbauen, können Sie in diesem Artikel nachlesen.

Lassen Sie Ihre Vernunft walten

Gehen Sie die Situation so rationell wie möglich durch. Was kann das bedeuten, wenn Ihr Partner länger in der Arbeit ist? Muss es eine Affäre sein oder hat er einfach nur viel Arbeit? Erarbeiten Sie alternative Begründungen für sich selbst.

So können Sie diese Negativschleife im Gedankenkarussell durchbrechen. Streit wäre dabei vorprogrammiert.

Reden hilft

Seien Sie ehrlich und suchen Sie das Gespräch mit Ihrem Partner. Aber ohne Vorwürfe und Anfeindungen. Erzählen Sie Ihrem Partner Ihre Gefühle mit Ich-Botschaften. „Ich war heute eifersüchtig. Ich hatte Angst, verlassen zu werden. Ich war mir nicht sicher, ob ich die Situation falsch oder richtig einschätze und habe mir diese und jene Situation ausgemalt.“ Mit Ich-Botschaften machen Sie Ihrem Gegenüber keine Vorwürfe und schildern, was in Ihnen vorgegangen ist. Das verhindert Streit.

Perspektiven wechseln

Versuchen Sie, die Situation aus dem Blickwinkel des anderen zu sehen. Das erweitert auch Ihren Blick und schafft unter Umständen Verständnis für den Partner.

Grenzen wahren

Überschreiten Sie keine Grenzen. Nicht Ihre und nicht die Ihres Partners! Eine Umfrage von Statista zeigte zum Beispiel Handlungen, die aus Eifersucht durchgeführt wurden. Die genauen Daten finden Sie direkt auf der Seite von Statista. Hier die Top 5:

  1. Partner/in eine Szene gemacht
  2. Schlecht übereinander geredet
  3. Die Beziehung wurde beendet
  4. Keine Eifersucht vorhanden
  5. Handy kontrolliert

Bei einer Umfrage von Elite Partner gaben 53%von 6500 Befragten aus Deutschland, dass Eifersucht ein Trennungsgrund für Sie war.

Tipps, Ihren Selbstwert zu stärken

  • Stellen Sie sich Situationen, die für Sie herausfordernd sind. Sie werden überrascht sein, wie viele Situationen sich in Wohlgefallen auflösen. Und auch wenn es schiefgeht, werden Sie sehen, dass das kein Weltuntergang ist.
  • Gehen Sie Hobbys nach. Dadurch sammeln Sie viele positive Erfahrungen und es stärkt auch Ihr Selbstbewusstsein.
  • Affirmationen. Sagen Sie sich auch selbst bestärkende Sätze vor. Wenn Sie nervös sind zum Beispiel, können Sie sich innerlich sagen: „Ich schaffe das. Ich bin gut darin.“ Aber auch wenn Sie sich dabei ertappen, dass Sie schlecht von sich denken. Dann unterbinden Sie diese Gedanken und ersetzen Sie durch Sätze, die Sie bestärken: „Ich bin es wert“ zum Beispiel.
  • Führen Sie ein Tagebuch bzw. Notizen darüber, was Ihnen an diesem Tag gut gelungen ist.

Es gibt noch viel mehr Übungen und Sachen, die Sie tun können, um Ihr Selbstbewusstsein aufzubauen. Das Wichtigste ist, dass Sie Ihren eigenen Bedürfnissen, Gefühlen und auch Wünschen nachgehen. Hören Sie auf Ihr Bauchgefühl und überlegen Sie, was Sie eigentlich wollen. Was ist Ihnen wichtig und machen Sie das dann auch!

Folgen von Eifersucht

Eifersucht ist kein Kavaliersdelikt. Dadurch verletzen Sie andere, missbrauchen Ihr Vertrauen, üben Druck aus und überschreiten Grenzen. Es belastet Ihre Beziehung außerdem durch häufigen Streit, Vorwürfen und Anfeindungen. Der Respekt vor dem Partner geht verloren. Es überwiegen auch die schlechten Momente. Die Zeit für schöne Erlebnisse und Vertrautheit geht verloren.

Allerdings sind diese unabdingbar für eine innige Beziehung. Es ist auch nicht selten, dass Eifersucht Rachegefühle auslöst. Dies kann dann sogar zu Untreue Ihrerseits führen. 

Fazit

Eifersucht ist bis zu einem gewissen Grad nützlich. Es schützt sie auch vor Enttäuschungen und lässt andere Gefühle wieder aufflammen. Es kann dem Gegenüber zeigen, dass er/sie uns wichtig ist.

Das hängt aber stark vom anderen ab und es kann auch schnell eine enorme Belastung für Ihre Beziehung werden. Das ist auch der Fall, wenn es sich bei dem Objekt der Eifersucht um Ihre Kinder handelt. Eifersucht belastet jede Beziehung, Liebesbeziehungen genauso wie Eltern-Kind-Beziehungen.

Machen Sie was dagegen, am besten rechtzeitig! 

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Mag. Ines Wurbs

Ines Wurbs ist Psychologin und Mutter zweier Kinder. Ihre Leidenschaft konnte sie zum Beruf machen und stellt ihre mehr als 15-jährigen Erfahrung mit Kindern und Familien auf Familienpsychologin.eu zur Verfügung.

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