Wie bringt man übermüdete Kinder zum Schlafen?

Dieses Problem trifft wohl alle Eltern früher oder später. Das Seltsame an übermüdeten Kindern ist nämlich, dass sie nicht wie Erwachsene schlapp und lethargisch werden. Oft geben übermüdete Kinder so richtig Vollgas. Man könnte gar meinen, dass von Müdigkeit keine Spur ist. Und hier liegt das Problem.

Bei übermüdeten Kindern muss man Geduld zeigen und diese langsam beruhigen. Hier hilft:

  • In eine ruhige Umgebung bringen
  • Schlaflieder
  • Geschichten vorlesen
  • Abendliche Routinen
  • Ruhig im Zimmer bleiben

Das Beste ist natürlich, die Situation zu vermeiden und rechtzeitig schlafen zu gehen.

Eines kann ich vorab sagen. Wenn ein Kind übermüdet ist, bleibt nur noch, die Ruhe zu bewahren. Wenden Sie die nachfolgenden Techniken an, um Ihr Kind zu beruhigen.

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Wie kann ich ein übermüdetes Kind beruhigen?

Wie bereits erwähnt, stehen Sie vor einem grundlegenden Problem, wenn ihr Kind übermüdet ist. Als Erstes sollten Sie sich bewusst machen, dass der Versuch Ihr übermüdetes Kind einzuschläfern langwieriger sein kann.

Hier ist anzumerken, dass ein normal müdes Kind vor dem zu Bett gehen bis zu einer Stunde benötigt, um zur Ruhe zu kommen. Bei einem übermüdeten Kind kann das durchaus länger dauern.

Hin und wieder hat man Glück und das Kind kippt einfach und ohne Diskussion in den Schlaf. Wie wahrscheinlich viele Eltern wissen, bildet dieses Verhalten eine Ausnahme. Wenn es mal so sein sollte, freuen Sie sich.

Für die anderen Fälle versuchen Sie die nachfolgenden Techniken.

Das Kind aus der stimulierenden Umgebung bringen

Bringen Sie das Kind in eine ruhige Umgebung, damit es sich beruhigen kann. Das kann das Schlafzimmer sein, aber auch das Badezimmer ist hier ein geeigneter Ort (sofern Badespielzeug nicht in Griffweite ist). 

Schaffen Sie eine Umgebung, die wenig Raum für Rambazamba bietet. Ihr Kind soll von stimulierendem Spielzeug ferngehalten werden und abschalten können.

Lesen Sie eine Geschichte vor

Wenn das Kind im Bett ist, können Sie ihr/ihm noch eine Schlafensgeschichte vorlesen. Am besten verwenden Sie Geschichten, die Ihr Kind bereits kennt, damit hier keine zusätzliche Aufregung entsteht. Durch die bekannte Geschichte können im Gehirn Prozesse eingeleitet werden, welche die Gedankenströme beruhigen und das Schlafen einleiten.

Singen Sie Schlaflieder

Genau wie die abendliche Geschichte helfen auch Schlaflieder. Diese beruhigen unsere Kinder und bringen Sie dem Schlaf näher.

Abendliche Routinen

Am besten funktionieren die oben angeführten Maßnahmen, wenn Sie diese bereits in einem Abendritual verpackt haben. Wenn Sie bereits ein Abendritual haben ist das gut, wenn nicht: Schaffen Sie eines.

Nehmen Sie sich abends bis zu 30 Minuten, in dem Sie das zu Bett gehen mit Ihren Kindern ritualisiert durchführen. Das kann durchaus die Abendhygiene, Geschichten und Schlaflieder beinhalten.

Bleiben Sie beim Kind

Bleiben Sie in der Nähe des Kindes. Setzen Sie sich still ins Zimmer und beruhigen Sie ihr Kind, wenn es laut wird oder zu spielen beginnt. Bleiben Sie kurz angebunden und verwenden Sie ruhige ”sch“ Geräusche, um zu „maßregeln“.

Tiefes, leicht hörbares atmen kann hier auch helfen, um eine beruhigende Umgebung für das Kind zu schaffen.

Bleiben Sie geduldig

Sollte Ihr Kind besonders aufgedreht sein, kann es erscheinen, dass die vorangegangenen Maßnahmen nutzlos abgeprallt sind. Das kann vorkommen. Bleiben Sie aber geduldig, Ihr Kind braucht seine Zeit, um herunterzukommen. Das kann manchmal auch etwas länger dauern.

Versuchen Sie, geduldig zu bleiben. Wenn sich kein Erfolg einstellt, lassen Sie ihr Kind auch mal alleine im Zimmer (ab 2 Jahren sollte das kein Problem mehr darstellen). Kommen Sie zurück, wenn sich kein Erfolg einstellt. Das kann auch wiederholt werden.

Was sind die Anzeichen eines übermüdeten Kindes?

Wie können Sie erkennen, dass Ihr Kind übermüdet ist? Dafür gibt es einige Anzeichen und diese können je nach Kind unterschiedlich sein.

Der Abend wird zum Albtraum

Wenn sich ihr Kind am Abend beginnt ein ungewohntes Verhalten zu zeigen, ist das bereits ein Anzeichen für zu wenig Schlaf. Je nach Kind können die Anzeichen unterschiedlich sein. 

Diese Symptome treten meist am Abend, 1–2 Stunden vor der normalen Schlafenszeit auf.

Der abendliche Wahnsinn

Ein klassisches Zeichen ist ein abendlicher Schub an Hyperaktivität. Ihr Kind dreht voll auf und von Müdigkeit scheint keine Spur zu sein.

Das Gegenteil ist aber der Fall. Der Körper bekämpft die Müdigkeit, indem er Hormone ausgeschüttet. Durch diese chemischen Prozesse wird der Körper in Stress versetzt. Natürlich hilft das nicht beim Schlafen. 

Aufregungen über Kleinigkeiten

Ein weiteres Anzeichen ist, wenn Ihr Kind wegen Kleinigkeiten weint, weinerlich oder böse wird. Der Geduldsfaden scheint hauchdünn zu sein und das kleinste Ärgernis wird zu einem großen Problem.

Anhänglichkeit

Auch Anhänglichkeit kann eine Auswirkung von Müdigkeit sein. Ihr Kind will ganze Zeit bei oder auf Ihnen sein. Wenn Sie es kurz ablegen wollen, folgt automatisch ein Aufstand.

Unruhiger Schlaf

Man könnte meinen, dass übermüdete Kinder gut schlafen. Leider ist das nicht der Fall. Übermüdete Kinder schlafen im Normalfall eher schlechter. Ihre Nacht ist gezeichnet durch:

  • Häufige Wachphasen
  • Unruhe
  • Albträume
  • Frühes Aufwachen

Wie kann ich verhindern, dass mein Kind übermüdet?

Mit diesen Anzeichen können Sie erkennen, ob es sich um Überermüdungserscheinungen handelt. Aber wie können Sie verhindern, dass Ihr Kind übermüdet ist? Die Antwort klingt banal. Ihr Kind braucht ausreichend Schlaf. Wenn Sie am Abend Anzeichen von Müdigkeit erkennen, sollten Sie überlegen, ob Ihre Kinder ausreichend Schlaf erhalten.

Hier kann ich Ihnen meinen Artikel „Wie viel Schlaf braucht ein Kind?“ als weiterführende Lektüre empfehlen. In diesem Artikel finden Sie eine praktische Schlaftabelle, in der Sie sehen können, wie viel Schlaf Ihre Kinder benötigen und außerdem wie Sie eine gute Schlafumgebung für Ihre Kinder schaffen.

Führen Sie am besten ein paar Tage oder eine Woche ein Schlaftagebuch. Hier notieren Sie, wie lange Ihr Kind tagtäglich schläft. Vergleichen Sie die Werte nach dem Betrachtungszeitraum mit der Tabelle aus dem oben verlinkten Artikel.

Wenn Sie feststellen, dass Ihr Kind zu wenig Schlaf bekommt, ist es eindeutig. Versuchen Sie, die Schlafenszeiten auszuweiten. Wenn sich das Verhalten bessert, ist alles in Ordnung. Wenn nicht, sollten Sie überlegen, sich professionelle Hilfe einzuholen. Ihr Kinderarzt wäre hier der erste Kontakt.

Fazit

Es kommt vor, dass Kinder mal übermüdet sind. Wenn diese Situationen aber öfter vorkommen, sollten Sie sich überlegen, die Schlafzeiten altersgerecht anzupassen. Wenn Sie aber bereits in der Situation sind, dass Ihr Kind übermüdet ist, können Sie mit den eingangs beschriebenen Methoden versuchen ihr Kind langsam zu beruhigen. Das kann von Fall zu Fall unterschiedlich lange dauern.

Das Kind wird sich aber beruhigen und langsam einschlafen. Freuen Sie sich jedoch nicht zu früh und stellen Sie sich auf eine lange Nacht ein.

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