Mein Baby ist abends aufgedreht - 19½ Tipps

Viele Eltern sind verzweifelt, weil ihr Baby besonders in den ersten Monaten abends ziemlich unruhig ist, weint und mit Schreityraden den Abend zum Albtraum werden lassen. Das zerreißt uns Eltern einerseits das Herz, ist aber andererseits auch sehr anstrengend für uns. Wir fühlen uns hilflos und ohnmächtig. Bitte verlieren Sie nicht den Mut, es wird besser, versprochen. Bis dahin gibt es kleine Kniffe, die Sie versuchen können, damit Ihr Kind abends besser zur Ruhe kommt:

Im Großen und Ganzen geht es darum, unseren Babys Geborgenheit zu vermitteln. Ihr Schreien ist nur ein Ausdruck dafür, dass was nicht passt. Meistens ist es ihnen einfach zu viel. Sie sind überreizt und hilflos. Und genau hier können wir ansetzen, wenn sonst kein Mittelchen geholfen hat.

Warum kommt mein Baby abends nicht zur Ruhe?

Bei Kindern unter einem Jahr fällt es uns oft schwer, zu beurteilen, was sie haben. Viele Babys neigen gerade in den Abendstunden dazu, unruhig zu werden, viel zu weinen und wirken sogar etwas aufgedreht. Das beunruhigt uns meistens, denn eigentlich ist doch schon Schlafenszeit für unsere Kleinen.

Bei Neugeborenen besteht die ersten Wochen noch kein fester Schlaf-Wachrhythmus. Alles muss sich erst einspielen. Das heißt, unsere Babys müssen sich erst an einen gewissen Tagesrhythmus gewöhnen. Natürlich hängt das auch stark von den Hormonen ab, die durch Tageslicht oder eben Finsternis ausgeschüttet werden. Aber auch mit den Essgewohnheiten und mit dem Tagesablauf der Familie. Die ersten Wochen geht es also um das Einfinden in den Alltag. Nicht nur für uns Mamas, sondern auch für unsere Kinder. Alles muss mal kennengelernt werden und die Körperfunktionen müssen erst ihre volle Arbeit aufnehmen. Überreizung und Blähungen sind in diesem Alter noch sehr häufig.

Mit spätestens drei Monaten hat sich ein gewisser Rhythmus aber eingespielt. Dennoch bleiben oft die Abendstunden, die unser Leben dann auf den Kopf stellen. Am Abend kommt dann nämlich alles zum Vorschein, was unsere Kinder an diesem Tag erlebt haben. Die Tage sind lange, auch schon für unsere Babys. Sie machen unzählige neue Erfahrungen mit all ihren Sinnen. Sie bemerken neue Gerüche, hören ungewöhnliche Geräusche, schnappen sich neue spannende Objekte und lutschen an allen, was ihnen in die Finger kommt.

Es mag zwar so wirken, wie wenn unsere Babys den ganzen Tag hauptsächlich mit Schlafen verbringen, doch selbst da sind sie den unterschiedlichsten Sinnesreizen ausgesetzt. Und auch im Schlaf lernen sie. Und irgendwann wird es unseren Kindern dann natürlich zu viel. Sie können sich aber noch nicht anders ausdrücken als mit weinen, quengeln oder auch durch sichtbare Unruhe.

Im Prinzip kann alles unseren Babys abends zu schaffen machen. Es ist nie ganz gleich und hängt auch stark davon ab, was sie bereits gut kennen, woran sie längst gewohnt sind und was für sie neu, aufregend und ungewöhnlich ist. Hundegebell und schreiende Geschwister sind für das eine Baby ganz normal und es schläft wunderbar dabei ein und für ein anderes Baby schrecklich aufregend und möglicherweise mit der Dauer zu viel.

Dennoch gibt es einige typische Situationen, die Babys stark aufregen und abends zu verstärkter Unruhe führen:

Warum ist mein Baby abends aufgedreht?

Was sind nun Gründe dafür, dass mein Baby unruhig oder aufgeregt ist. Bei den nachfolgenden Situationen klagen Eltern öfter über unruhige Babys:

  • Ein Besuch im Einkaufszentrum
  • Ein Familienausflug
  • Besuch zu Hause von Freunden oder Verwandten
  • Besuch bei jemand anderen
  • Länger andauernde, laute Musik
  • Im Urlaub
  • In Krabbelgruppen und ähnlichen Institutionen
  • Bei elterlichem Zeitdruck
  • Bei elterlichem Stress
  • Bei Streit
Achtung
Neue Situationen sind nicht schlecht für unsere Babys, sie brauchen nur Zeit sich daran zu gewöhnen.

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19½ Tipps, wie Sie Ihr Baby abends beruhigen können

Hier habe ich nun einige Vorschläge für Sie, wie es Ihnen gelingt, Ihr Baby abends doch noch zur Ruhe kommen zu lassen:

Zur Vorbeugung

Wenn ihr Kind bereits aufgedreht ist, benötigt man meist viel Geduld. Einfacher ist es, wenn bereits eine gute Basis schafft, damit das Baby sich erst gar nicht so aufregt.

  1. Ermöglichen Sie dem Baby viel Körperkontakt während stressreichen Situationen.
  2. Vor neuen Erfahrungen decken Sie zuerst alle physiologischen Grundbedürfnisse Ihres Kindes ab (füttern, wickeln, ausruhen lassen …)
  3. Planen Sie ausreichend Pausen zwischen neuen Erfahrungen ein
  4. Führen Sie Routinen ein und halten Sie sich an diese

Am Abend selbst

Am Abend selbst können dann die folgenden Punkte angewendet werden:

  1. Routinen einführen und durchführen – Dieser Punkt ist wichtig, denn je geregelter der Tagesablauf der Kinder ist, umso sicherer fühlen sie sich.
  2. Nutzen Sie beruhigende Spiele.
  3. Lenken Sie Ihr Baby mit Schattenspielen oder Fingerspielen ab.
  4. Nutzen Sie Pucken, damit sich Ihr Kind geborgener fühlt. Einfach gesagt: Nutzen Sie diese Wickeltechnik, um das Baby etwas enger in ein Tuch einzuwickeln.
  5. Füttern Sie das Baby.
  6. Beruhigen Sie das Kind durch Wiegen oder Schaukeln.
  7. Singen Sie beruhigende Lieder
  8. Einschlafbegleitung – Bleiben Sie beim Kind, bis es eingeschlafen ist, achten Sie aber darauf, dass es nicht zu Routine wird (da das Kind dann nicht mehr ohne Sie einschläft).
  9. Ermöglichen Sie viel Körperkontakt.
  10. Nutzen Sie Schnuller oder andere Saug- und Lutschobjekte (Werbung).
  11. Der Einsatz von weißem Rauschen hilft oft. Hier können Einschlafhilfen wie MyHummy (Werbung) zum Beispiel verwendet werden.
  12. Achten Sie auf einen dunklen, kühlen Raum mit sanften Einschlaflicht.
  13. Eine Massage der Beinchen und Hände oder auch am Rücken und Bauch wirkt ebenfalls beruhigend.
  14. Versuchen Sie den Fliegergriff.
  15. Falls Verdacht besteht, nutzen Sie Mittel gegen Blähungen.
  16. Auch Wärmeflasche für Babys, wie diesen Wärmteddy (Werbung) können helfen.

All diese Tipps geben Ihrem Baby Sicherheit und das Gefühl von Geborgenheit. Auch das ist eines unserer menschlichen Grundbedürfnisse. Und das wirkt auf Ihr Baby beruhigend.

Wann wird das abendliche Schreien besser?

In der Regel ist die erste große Herausforderung für unsere Babys nach den ersten drei Monaten geschafft. Eine häufige Ursache für die abendliche Unruhe sind ja bei vielen Babys auch noch Blähungen. Babys gewöhnen sich in den ersten drei Monaten nicht nur an die Welt, sondern auch an die Nahrung. Ihr Darm muss erst die normale Arbeit aufnehmen. Noch dazu schlucken unsere Babys anfänglich oft noch viel Luft und das drückt dann natürlich besonders abends noch ordentlich im Bäuchlein. Jedes fünfte Kind leidet laut Ärzteblatt unter Koliken. Die ersten drei Monate sind daher für viele frische Eltern schwierig, aber Besserung ist in Sicht.

Und wie aus dieser Studie im Ärzteblatt hervorgeht, bleibt bei Kindern kein langfristiger Schaden in irgendeiner Form zurück. Da kann ich Sie also beruhigen:

Achtung
Koliken und abendliches Schreien sind KEIN Hinweis auf eine spätere Verhaltensauffälligkeit bei Kindern!

Wie viel Schrein ist bei Babys normal?

Laut einer Studie der Universität Warwick schreien Babys im Durchschnitt:

LebenswocheSchreizeit in Stunden pro Tag
Lebenswoche 0–22 Stunden
Lebenswoche 62 Stunden, 15 Minuten
Lebenswoche 121 Stunde, 10 Minuten
Durchschnittliche Schreizeit Babys

Sie sehen also, dass die gesamte Zeit, in der unsere Babys schreien oder weinen, in den ersten sechs Wochen ihren Höhepunkt erreicht und dann wieder abnimmt. Aber in der Studie wurden auch Babys beobachten, die nur eine halbe Stunden am Tag weinten und andere, die über 5 Stunden am Tag schrien. Es zeigte sich auch ein deutlicher Zusammenhang mit Koliken.

Diese Werte sind ein weltweiter Durchschnitt. So sollen Ihnen helfen, einen groben Einblick zu bekommen, wie es in anderen Familien ist. Diese Zeit kann einem auch länger vorkommen, weil ein Kind in einer Stunde immer wieder zu weinen beginnt, die eigentliche Zeit aber „nur“ 25 Minuten war. Trotzdem benötigte unser Kind eine volle Stunde unserer ungeteilten Aufmerksamkeit. In der Studie wurden allerdings nur die reine Zeit rausgerechnet, die ein Kind geweint oder geschrien hat. Also, wenn ein Kind ungefähr 2,5 Stunden am Tag weint, mag uns das schon mal 5 Stunden oder gar mehr auf Trab halten, da wir es länger am Arm haben oder zu bespaßen versuchen.

So war das bei uns

Meine Tochter war auch abends meist sehr unruhig, sie hatte aber eine eigene Lösung, nämlich zu essen. Auch als Clusterfeeding bekannt. Also, vier bis fünf Stunden andauerndes, ständiges Trinken. Ja, anstrengend, aber tatsächlich hat sich das nach den ersten drei Monaten deutlich gebessert und war bald von uns beiden vergessen. Aber mir war lieber, zu sitzen und zu stillen, als das kleine Mäuschen weinen zu sehen. Das gab ihr abends die Sicherheit, die sie brauchte nach den anstrengenden Tagen. Und wir konnten uns auch gut darauf einstellen, als wir wussten, warum sie das macht. Wir planten ruhigere Abende, an denen ich sie in Ruhe füttern konnte, ohne Stress oder Druck.

Mein Sohn brauchte dagegen eher die Einschlafbegleitung am Abend. Beiden gemein war also der viele Körperkontakt und das Kuscheln. Schnuller wollten übrigens beide keine, was anfänglich anstrengend war, später aber dafür das Abgewöhnen ersparte. Alles hat seine Vorteile.

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